Zeichnen lernen

Willkommen

Diese Webseite informiert über die Zeichen Kurse von und mit David Werthmüller.

Peggy, Kursteilnehmerin Atlanta USA

Kann man zeichnen lernen?

Ja sicher.
Zeichnen ist keine Hexerei. Zeichnen ist ein Handwerk. Ohne Übung geht es trotzdem nicht.

Und wie lernt man zeichnen?
Sie zeichnen einfach was Sie sehen.

Geht das?
Ja und Nein. Leider haben Sie keine Ahnung was Sie wirklich sehen. Dazu müssten Sie Ihre eigene Wahrnehmung kennen und kontrollieren können. Die meisten Menschen kennen diese Möglichkeit jedoch nicht. Für den Alltag reicht es in die Welt zu gucken. Zeichnende hingegen müssen viel bewusster hinschauen.

Zeichnende stellen sich konsequent folgende Fragen.
Was sehe ich wirklich? Was ist mir entgangen? Was habe ich mir unbewusst ausgedacht?

Zeichnende sehen Nichts.
Sie geben den „Dingen“ keine Namen und keine Bedeutung. Sie sehen einfach Linien, Formen, Flächen, Licht und Schatten.

Zeichnen ist Hirnjogging.
Zeichnen ist eine Leistung, die Ihr Gehirn von Natur aus erbringen kann. Das Resultat, also die Zeichnung ist eigentlich nur eine Kombination aus Ihrer Wahrnehmung (dem was Sie gerade beobachten), wie Sie das Gesehene werten und nach welchen Regeln Sie Ihre Auswahl aufzeichnen, sprich, zeichnen. Klingt vielleicht kompliziert.

Trotzdem ist es einfach.
Unser Gehirn ist nämlich von Natur aus ein Zeichnen Genie. Es liebt komplexe Zusammenhänge. Im Alltag ist es jedoch auf eine energiesparende Routine angewiesen. Das Gehirn schütz uns vor dem Zuviel. Es filtert ungefragt unsere Eindrücke. Das ist gesund und muss so sein. Bloss beim Zeichnen stört das gewaltig.

Sie werden anders ticken.
Zeichnen heisst jedoch Alles zu sehen. Deshalb müssen Sie Ihre ganz persönlichen Filter kennen. Beim Zeichnen werden Sie diese dann kontrolliert ″ein und aus″ schalten.

Schritt für Schritt
Es ist wie bei einem Kind das Gehen lernt. Zuerst hangelt es sich hoch, dann macht es erste wackelige Schritte, wird sicherer und am Schluss ist das Gehen eine Selbstverständlichkeit. Es erinnert sich nicht mehr an die Zeiten, als es nur krabbeln konnte.

Fazit
Wenn Sie sich also bewusst werden, was Sie sehen und denken, dann zeichnen Sie bereits nach wenigen Stunden viel besser. Sie zeichnen nur was Sie wirklich sehen.


Wie kann man zeichnen lernen?

Sie üben eine neue Sehweise.
Das bedeutet, dass Sie und ich im Kurs zuerst herausfinden müssen, wie Sie ″Ihre″ Welt anschauen. Um das zu verstehen, möchte ich Ihnen die zwei Sehgewohnheiten vorstellen.

Das normale Sehen:
Das ″normale″ Sehen beruht auf dem Erkennen eines Objektes. Das Erkennen oder Wiedererkennen ist stark mit dem persönlichen Wissen um die Eigenschaften, dem Zweck und Sinn eines Objektes verknüpft. Zusätzlich spielen hier Erfahrungen und Emotionen eine grosse Rolle.

Das erweitertes Sehen:
Das erweiterte Sehen (so gucken Menschen die zeichnen können) beinhaltet die oben beschriebenen Verknüpfungen auch. Aber beim erweiterten Sehen sind diese absolut zweitrangig. Es kommt jetzt, nämlich etwas hinzu. Die Tatsache, dass die Zeichnenden die Objekte in ihre Linien, Flächen und Punkte zerlegen.

Dieses zerlegen oder aufteilen von Informationen bedeutet für Zeichnende einen entscheidenden Vorteil. Mit diesem erweiterten Sehen können diese die Flut an Informationen nicht nur deutlich verkleinern, sie können sie auch wesentlich besser einschätzen. Die Länge, Lage und Form einer Linie können so viel besser beobachtet und kopiert werden. Ausserdem sind Zeichnende in der Lage, beliebig zwischen dem Objekt als sinnstiftende Form und dem Objekt als sinnlose Form hin und herzuwechseln.

Sie müssen sich fragen: Was sehe ich?
Und nicht: Wie zeichne ich etwas?

Sie können sich täuschen.
Sie erfahren welche Streiche Ihnen Ihr Gehirn beim Zeichnen spielen kann.

Sie üben eine neue Sehweise.
Sie lernen die Dinge mit dem Blick der Zeichnenden anzuschauen. Diese sehen nur Ränder, Flächen und Strukturen.

Sie hören auf über das Motiv nachzudenken.
Es spielt keine Rolle, ob Sie ein schönes Porträt oder einen Eiersalat zeichnen! Sie lernen Linien zu erkennen und diese zu zeichnen.

Mit dem folgenden Beispiel  möchte ich auf abstrakte Weise verdeutlichen, dass man jedes Objekt wie folgt betrachten kann. Zuerst lesen wir wie gewohnt das Wort WETTER. Es würde uns nicht im Traum einfallen, irgend etwas anderes zu lesen oder zu sehen.

Dies ist die normale Sehgewohnheit.

Nun habe ich aber alle Striche der Buchstaben ein wenig auseinander platziert. 

Was sehen wir nun? Natürlich noch immer das Wort W E T T E R. Aber es fällt auf, dass man bereits in der Lage ist, die Buchstaben als Zeichen, besser gesagt als einzelne Striche wahrzunehmen. Dies ist bereits der Wechsel vom normalen zum erweiterten Sehen. So gucke ich als Zeichner. Ich sehe nur Ränder und Flächen! Das ist der Grund weshalb ein Porträt und ein vergammelter Eiersalat für den Zeichner quasi dasselbe ist. Er sieht keine sinnstiftenden Objekte.

Um das Ganze zu verdeutlichen, habe ich dieses Beispiel auf die Spitze getrieben. Ich habe also die Striche des Wortes WETTER ein wenig sortiert und ordentlicher dargestellt.

Der Strichhaufen ist dann die konsequente Weiterführung dieser Erklärung. Kein Sinn mehr. Nur noch Striche.

Es ist offensichtlich. Hier kann kein Mensch mehr das Wort WETTER lesen. Das sinnvolle Wort WETTER ist zu einem sinnlosen Objekt geworden. Wir werden quasi gezwungen unser erweitertes Sehen einzusetzen.

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