Fragen?

1) Wer unterrichtet hier?

Ich heisse David Werthmüller und bin von Beruf Profi Künstler. Auf meinem Lebensweg habe ich mir vor ca. 25 Jahren das Zeichnen selber beigebracht. Zeichen zu können ist für mich auch heute noch das Grösste. Ich bin verheiratet und lebe mit meiner Frau, einem Hund und ein paar Hühnern in einem beschaulichen Seeländer Dorf. Wir haben zwei erwachsene Töchter. Wenn ich nicht gerade Kunst mache oder zeichnen unterrichte, pflege ich unseren naturnahen Garten. Mein Werdegang: 1986-90 Technische Fachschule Bern / 1995-Weiterbildungen im Kunstbereich / Seit 1998  prof. Kunstschaffender, Eisenplastiker, Zeichner und Dozent in öffentlichen und privaten Institutionen. Mehr zu meinen Arbeiten findest du auf meiner Kunstwebseite, siehe www.davidwerthmueller.ch


2) Ich kann überhaupt nicht zeichnen. Ist dieser Kurs wirklich etwas für mich?

Aber sicher! Die „hoffnungslosen Fälle“ sind mir am liebsten. AnfängerInnen die keine falschen oder vermurksten Vorkenntnisse haben, lernen es sogar schneller.


3) Ich habe es selbst versucht und sogar schon Kurse besucht. Trotzdem kann ich nicht zeichnen. Wieso sollte es diesmal gehen?

Vermutlich hast du es immer wieder mit ähnlichen Methoden versucht. Bei mir lernst du deine ganz persönliche Wahrnehmung kennen. Dies ist ein Prozess der am besten von aussen behutsam kontrolliert und korrigiert werden sollte. Wenn du dir bewusst bist, was du wirklich siehst, ist der Rest nur noch pures Vergnügen.


4) Wieviele Stunden muss ich lernen damit ich zeichnen kann?

Um die Grundlagen die zum dauerhaften und zeichnerischen Sehen führen zu verinnerlichen, brauchst du ca. 6-8 Stunden Unterricht. Natürlich musst du das zuvor Gelernte dann auch üben. Wenn das zeichnen jedoch nicht von einer inneren Leidenschaft heraus geschieht, wird sich dein neues Können kaum halten können.


5) Ich habe eine weite Anreise. Wieviele Kursstunden kann ich auf einmal buchen?

Wen du eine lange Anreise hast besteht die Möglichkeit 3 bis 4 Stunden auf einmal zu besuchen. Allerdings möchte ich dich ausdrücklich darauf hinweisen, dass du, bevor du dann den weiteren Unterricht besuchst, genügend Zeit einrechnest, um das Gelernte zu üben und zu verinnerlichen. Schliesslich sollst du diesen Kurs auch geniessen können. Zeichnen zu lernen ist eine wunderbare Erfahrung. Eine Fähigkeit die dich für den Rest deines Lebens begleiten wird.


6) Kann man Gratis online zeichnen lernen?

Ich denke das es im Web viele sehr gute Lerninhalte gibt. Und wenn man schon zeichnen kann, dann entdeckt man sicher hin und wieder eine Technik oder ein Material, dass man noch nicht kannte. Trotzdem fehlt beim online zeichnen lernen etwas sehr Grundlegendes. Das unmittelbare Feedback von mir. Während du zeichnen lernst, machst du Fehler. Diese summieren sich fortlaufend. Jeder weitere Strich orientiert sich am zuvor falsch gezeichneten. Du zeichnest ohne es zu ahnen einen Mist zusammen. Am Schluss sitzt du alleine vor einem schrecklichen Bild und hast den Beweis, dass du eben doch nicht zeichnen kannst. Dir fehlt der Profi der genau weiss, wie und warum du es nicht hinkriegst. Eben Jemand der mit dir die Schritte zusammen durchgeht und dich deine Verbesserung unter kontrollierten Umständen selbst entdecken lässt.


7) Wie finde ich meinen eigenen Zeichenstil?

Ein eigener Zeichenstil entwickelt sich über Jahre. Ich werde dir Einblicke in die verschiedenen Richtungen geben. Vielleicht hast du ja schon eine Vorstellung wie du in Zukunft zeichnen möchtest. Meine Palette reicht von der 30 Sekunden Skizze bis zur fotorealistischen Fleissarbeit. Du hast die Wahl. Den Schwerpunkt kannst du selber bestimmen.


8) Braucht man wirklich kein Talent?

Das ist eine sehr spannende Frage. Über all die Jahre habe ich folgendes heraus gefunden. Wenn ich die Menschen in zwei Gruppen aufteilen müsste sähe das so aus. Es gäbe zwei Gruppen.

SEHENDE sind Menschen die zeichnen was sie sehen. Zur dieser Gruppe gehören die Talente. Diesen ist nicht klar, weshalb sie zeichnen können. Irgendwann haben sie gemerkt, dass sie zeichnen können. Wie Rad fahren oder schwimmen ging es nach einigem probieren auf einmal einfach. Diese Talentierten werden von ihrem Umfeld gelobt und gefördert. Fragt man diese Glücklichen weshalb sie zeichnen können, wissen sie es nicht. Sie zeichnen einfach was sie sehen. Gerade weil es „Talentierte“, also als ZeichnerInnen geborene gibt, geht der Rest der Menschheit davon aus, dass man als „Untalentierter Mensch“ Zeichnen nicht lernen kann.

DENKENDE sind Menschen die zeichnen, was sie denken, was sie sehen. Diese Zeichnungen können gut aussehen, müssen aber nicht.


9) Gibt es Menschen die es nicht schaffen?

Natürlich gibt es die. Die Gründe sind jedoch immer sehr persönlich. Zum Beispiel gibt es Menschen mit Hirnverletzungen, oder solche die von ihrem Umfeld mit einem viel zu grossen Erfolgsdruck „geschickt“ werden. Oder wenn mein Kurs gar nicht ihr eigener Wunsch war. Und dann gibt es noch faule Menschen die denken, dass es ihnen einfach in den Schoss fällt.


10) Was unterscheidet Menschen die zeichnen können von Menschen die es nicht können?

10.1
Diese trennen in einer ersten Phase das Objekt von seinem Sinn und seiner Bedeutung. Sie sehen Flächen, Formen, Farben, Grenzen, Linien und Helligkeitsunterschiede. Also hell und dunkel. Und Sie sehen alles zweidimensional.

10.2
Sie kopieren mit dem Zeichenstift alles wozu sie Lust haben. In dieser Phase vergleichen diese fortlaufend das gezeichnete mit dem Original. Fehler werden sofort korrigiert.

10.3
Erst jetzt erkennen diese den Sinn des gezeichneten und sehen auch die Bereiche, die zu stark oder zu schwach betont wurden.

10.4
Jetzt greifen sie auf ihren Erfahrungsschatz zu. Sie haben gelernt was gut aussieht und was ihnen gefällt. Also radieren sie bereits gezeichnetes weg, schwächen hier und dort ab.

10.5
Das ist der Finish. Sie legen ihre Vorlage weg und konzentrieren sich nur noch auf ihre Zeichnung. Wie virtuos sind die Linien? Wie spannend sind die Kontraste? Bei Bedarf wird ergänzt, probiert oder korrigiert.

10.6
Das Finale. Sie stellen sich nur noch folgende Fragen:
Ist die Zeichnung lesbar?
Gefällt mir was ich da gemacht habe?
Bin ich besser oder schlechter geworden?


11) Warum zeichnen wir Menschen eigentlich?

Was denkst du?
Wie verständige ich mich mit Menschen deren Sprache ich nicht kann? Ok. Vielleicht mit Händen und Füssen. Und wenn das nicht reicht? Wenn ich die Vergangenheit oder die Zukunft beschreiben möchte? Richtig. Sie ahnen es bereits. Dann zeichne ich einfach. Wir Menschen zeichnen seit Urzeiten.

Doch warum zeichnet die Menschheit?
Um uns zu verständigen. Um uns über etwas klar zu werden. Um unserem Gegenüber oder denjenigen die nach uns kommen etwas mitzuteilen. Um Gefühle, Ereignisse, Handlungen, Pläne und Orte zu bezeichnen. Und nicht zuletzt um uns zu erinnern.

Es ist normal, dass Menschen zeichnen.
Leider zeigen uns jedoch weder die Eltern noch die Schule wie zeichnen geht. Erinnern Sie sich? Als Kinder zeichneten wir doch einfach drauf los. Und dies mit grosser Lust und Freude.

Und dann?
Bestimmt kennst du diese Kühlschränke, die bis zum letzten Winkel mit Kinderzeichnungen zugeklebt sind. Irgendwann wandern diese Zeichen erster fokussierter Kommunikation in einen Schuhkarton und verschwinden aus unserem Leben. Das waren die letzten Zeugnisse einer Zeit, in der zeichnen etwas natürliches und lustvolles war. Hier endet für die Mehrheit von uns die Geschichte.

Das muss nicht sein.
Viele schämen sich sogar, wenn sie als Erwachsene noch immer wie ein Kind zeichnen. Sie denken, dass sie einfach kein Talent hätten. Das muss nicht so bleiben. Seit mehr als 20 Jahren beweise ich, dass jeder Mensch zeichnen kann.